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www.appiah.de

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Kwaku Appiah                                                 Zeitungsbericht

 

Schwarz ist die Hoffnung

 

Auf Kwaku Appiahs Home-page gibt es ein paar Spitznamen aus der Vergangenheit. Sie sind erklärungsbedürftig, wie üblich. „Gold Finger“ steht da. Das ist harmlos. Stammt aus dem Jahr 1978, als er nach Deutschland kam.

 

Aus dem heißen Ghana an der afrikanischen Westküste ins kalte Schwabenland. Appiah zitterte („es war wirklich ein sehr kalter Winter“) am ganzen Leib, seine schwarzen Finger, so schien es, leuchteten. So wurde er „Gold Finger“, frei nach dem legendären James-Bond-Film von 1964 mit Sean Connery und Gert Fröbe als Bösewicht.

Fußball als Leidenschaft

 

Ein anderer Spitzname war „Idi Amin“ – ehemaliger Diktator Ugandas und einer der größten Schlächter des Schwarzen Kontinents. Die wenig schmeichelhafte Beschreibung resultiert aus der Zeit als Jugendfußballer. Gegnerische Stürmer, die auf den jungen Linksverteidiger prallten, wussten ein Lied von der robusten Spielweise zu singen. Von wegen gazellenartige Eleganz. „Du musst hart zulangen“, sagt Appiah.

 

Er lacht, als er das sagt. Fußball ist seine Leidenschaft, steht auf der Beliebtheitsskala ganz oben bei dem heute 54-Jährigen. Aktiv gespielt hat er in Mühlhausen und bei der ehemaligen SKV Stuttgart-Stammheim. Auch wenn Appiah in Pforzheim wohnt – früher in Tiefenbronn –, es zieht ihn eher nach Stuttgart. Hier hat das seinen Anfang genommen, was der gebürtige Ghanaer mit dem deutschen Pass als Völkerverständigung verstanden wissen will. Hier spielt sein Lieblingsverein der Bundesliga, der VfB – auch wenn er in dieser Saison auf Schalke als deutscher Meister tippt. Die Tabellensituation gibt ihm Recht. Vorerst.

 

In der Schwabenmetropole leben deutlich mehr Schwarzafrikaner als beispielsweise in Pforzheim. In der Landeshauptstadt hat der Verein Ghana Union Stuttgart (GUS) seinen Sitz. Von 2002 bis 2008 war er ihr Präsident. Seit 1991 ist er Chef der African and Ghanaian Community, Mitglied der Union Ghanaischer Organisationen in Deutschland – „aber man kann nicht alles machen“. Das klingt kokett. Besonders vor dem Hintergrund, dass er die Afrika-Festivals organisiert, erst in Stuttgart, dann in Reutlingen, schließlich in Böblingen. Musik, Leckereien. Jedesmal kommen mehrere Tausend Menschen. Natürlich kennt er Martin Ngnoubamdjum – der stammt aus Kamerun und lebt ebenfalls schon lange in Pforzheim. „Bruder Martin“ ist Vorsitzender des Vereins „Afrika-Präsenz“, der ebenfalls mit regelmäßigen Aktivitäten in der Goldstadt versucht, afrikanisches Lebensgefühl rüberzubringen, zuletzt geschehen im Enzauenpark am ersten Juli-Wochenende.

 

„Jeder von euch“, sagt Appiah, „denkt: Die in Afrika sind doch alle korrupt, die schaffen das nicht.“ Das Vorurteil will er widerlegen. „Deshalb die Festivals.“ Er kann es den Deutschen nicht verdenken. Das Bild, das seine älteste Tochter, Juliana, 23, von Afrika habe, schrieb die „Sindelfinger Zeitung“ im Vorfeld des Festivals in Böblingen, unterscheide sich nicht wesentlich von der Vorstellung der meisten anderen deutschen Altersgenossen. Wie auch? Juliana war noch nie in der Heimat ihres Vaters.

Schwestern in USA und England

 

Kwaku Appiah hingegen zog es bis zum Tod des Vaters vor fünf Jahren – seine Mutter starb zwei Jahre später – spätestens jedes zweite Jahr zu den Wurzeln zurück. Vier Schwestern wohnen noch dort, eine ist in Atlanta (USA), eine andere in London. Nur eine Schwester ist jünger als Kwaku.

 

„Es war nicht so einfach damals“, sagt der Mann, der im IT-Service eines Elektronikunternehmens im Enzkreis arbeitet. Wenn während der Militärdiktatur Noten statt Beziehungen entscheidend gewesen wären – Appiahs Lebensweg wäre vielleicht anders verlaufen. Er hätte in Ghana studieren können, hätte nicht den Ausweg Deutschland suchen müssen.

Erst Deutschkurs – dann Studium

 

Doch bevor er an der Uni Stuttgart Betriebswirtschaft studieren durfte, musste er wie jeder andere ausländische Student mit mangelhaften bis gar keinen Deutschkenntnissen zwei Kurse des Studienkollegs besuchen, damit er den Vorlesungen folgen konnte. Und dann hatte er sein Diplom in der Tasche – aber keinen Job. Eineinhalb Jahre wurde er auf EDV umgeschult, ging in Lohn und Brot bei seinem jetzigen Arbeitgeber.

 

Wie war das damals, verglichen mit heute? „Wir Afrikaner waren so wenige“, sagt er, „ein bisschen exotisch, da war kein Hass.“ Sie seien ganz normal in die Disco gegangen, ohne angepöbelt zu werden. Das Klima heute sei ein anderes.

Große Entrüstung

 

Und dann das: Der 45-jährige CDU-Kandidat für den Kreistag von Hildburgshausen (Thüringen) wird von der NPD aufgefordert, zurückzukehren, wo er hergekommen ist – Zeca Schall stammt aus Angola, ist schwarz. Für die NPD ist Schall, der seit über 20 Jahren in Deutschland lebt, ein „Quoten-Neger“. Die Entrüstung der Demokraten über alle Parteigrenzen hinweg war groß. „Ich bin unheimlich traurig, wenn ich so etwas höre“, sagt Appiah. Er schüttelt den Kopf.

 

Es sind nur wenige Dinge, die dem gebürtigen Ghanaer einfallen, wenn er aufzählen soll, was ihm an Deutschland nicht gefällt: die Reserviertheit der Menschen – wenn man sie mit afrikanischer Lebensfreude vergleicht; das Wetter, das ihn frösteln lässt. Und eben die Fremdenfeindlichkeit. Dennoch: Noch nie sei er auf dem Fußballplatz wegen seiner Hautfarbe angepöbelt worden.

 

Auf der Haben-Seite das Übliche: Pünktlichkeit, Sauberkeit, Qualitätsbewusstsein, Verlässlichkeit. „Wenn ihr Deutschen Ja sagt, meint ihr auch wirklich Ja.“ Olaf Lorch

 

Zweiter Zeitungsbericht:

 

<<<Zeitungsbericht II>>>

„Wir haben Angst vor Rassismus.“

 

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Diesen Link im Browser eingeben, für den Zeitungsbericht zwei.... :-)

 

Kwaku Appiah